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Schmeckt´s, Liebling?

19. Januar 2018 von
Copyright: Anja Marschall 2017

Die Giftküche der Mörder von gestern und heute

In Deutschland werden pro Jahr kaum mehr als 30 Menschen durch Gift ermordet. Dank heutiger Analyseverfahren lohnt sich diese Art der Tötung für Täter nicht mehr. Das ist in der Literatur ganz anders. Da wird getröpfelt und gemischt, gemixt und geschüttelt. Ich gebe heute einen kleinen Einblick in verschiedene Arten von Giften sowie ihre Wirkungsweise, aber auch in die Alltagsarbeit von Kriminalbeamten am Auffindungsort in Fällen von Vergiftungen. Außerdem stelle ich Ihnen einige berühmte Morde mit alten und neuen Substanzen vor, damit Ihr nächster literarischer Giftmord den Leser überzeugt.

Paracelsus sagte schon im 16. Jahrhundert: „Alle Dinge sind Gift und nichts ist ohne Gift. Nur die Dosis bewirkt, dass ein Ding kein Gift ist.“ Das sind zwei Sätze, die allen Krimiautoren die Herzen höherschlagen lassen. Man kann mit allem töten? Wunderbar, dann müssen wir nur jene Gifte finden, die es unseren Ermittlern schwermachen, sie zu entdecken. Die Möglichkeiten, sich aus der Natur mit Giften zu versorgen, sind aber leider heutzutage denkbar ungeeignet, da ihre Gerüche, Wirkungsweisen und Symptome allgemeinhin bekannt sind. Und so findet man in der Realität nur noch selten Fälle von Vergiftungen durch pflanzliche und tierische Gifte, von denen der Schierling unter den Philosophen gefürchtet ist und die Tollkirsche mit ihrem Nervengift Atropin zu den Klassikern gehört. Auch Herbstzeitlose oder der Knollenblätterpilz stehen bei Giftmördern nicht mehr so hoch im Kurs wie noch bei Agatha Christie & Co. Auch Klassiker wie das Lieblingsgift der Borgias, Arsen, werden heute nicht mehr oft genutzt, obwohl man nur 60 bis 170 mg benötigt um einen ausgewachsenen Mann niederzustrecken. Arsen ist einfach zu bekannt, und seit James Marsh 1836 ein Verfahren zum Nachweis von Arsen gefunden hat und Rattengifte heute anders zusammengesetzt sind als noch vor fünfzig Jahren, ist dieses Gift immer unattraktiver geworden. Stattdessen mordet man heute lieber chemisch.

Chemische Giftcocktails sind heute en vogue

„Giftmorde sind heutzutage selten“, sagt Professor Wolfgang Eisenmenger, Chef der Rechtsmedizin der Universität München, „dafür aber kennen sich die Täter bestens im Periodensystem der Elemente aus.“ Das Auffinden chemischer Gifte wird umso schwieriger, je komplexer die Kombination von Wirkstoffen ist, auf die der Mörder zurückgegriffen hat. Hierbei kann es sein, dass jeder Stoff für sich genommen nicht tödlich ist, die Mischung jedoch schon. Alkohol in Kombination mit Drogen wie Amphetaminen oder Cannabis; Arzneimittel wie Antiepileptika kombiniert mit Herz-Kreislaufmitteln und Sedativa, all das ist garantiert tödlich. Dazu bedarf es nicht einmal einer eklatant höheren Dosierung. Man könnte es aber auch mit Frostschutzmittel, Klebstoffen, Verdünnern und Reinigungsmitteln versuchen. Anorganische Gifte wie beispielsweise Thallium, Chlorwasserstoff und Kohlenmonoxid erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit.

Gerade Medikamente sind bei Mördern noch immer beliebt. Nehmen wir die „Schwarze Witwe von Wien“. Sie tötete in den Jahren 1992 bis 1995 sechs Menschen mit Hilfe der Überdosis eines Antidiabetikums, also eines Mittels gegen die Zuckerkrankheit. Das Mittel hatte der Arzt ihr verschrieben und es lag frei im Haus herum. Die Überdosis bei Gesunden führt zu massivem Absinken des Blut-Glukosespiegels. Es kommt zu Erregtheit, Tremor in den Fingern, Heißhunger, Verwirrtheit, Krämpfen und am Ende zu Koma und Tod. Sechs Menschen starben, bevor man ihr auf die Schliche kam.

Vierzig Jahre zuvor ermordete Christa Lehmann im Nachkriegsdeutschland ihren Mann, die Schwiegermutter, die Freundin und den Hund mit E605, einem braunflüssigen, nach Knoblauch riechenden Pflanzenschutzmittel. Dieses Nervengift kommt auch in der Natur vor. Tiere machen sich solche Neurotoxine zu Nutze: Zur Verteidigung (Bienen und Wespen), zum Töten von Beutetieren (Giftschlangen, Pfeilgiftfrösche, Quallen, Giftspinnen) und zum Schutz vor potentiellen Fressfeinden und Schädlingen (Tollkirsche, Eibe, grüner Knollenblätterpilz). Im Fall der Christa Lehmann aber erkannten die Ärzte das Gift nicht. Mal diagnostizierten sie einen Magendurchbruch (Opfer 1 litt an Magengeschwüren), mal Herzversagen (Opfer 2 war über 70 Jahre alt). Noch erfolgreicher mit E605 war Maria Velten, die Giftmischerin vom Niederrhein, die sechs Menschen zwischen 1963 und 1982 tötete und nur überführt wurde, weil eine ihrer Schwiegertöchter etwas ahnte. Wir sehen also, dass die Hausärzte, die den Totenschein ausstellen Dreh- und Angelpunkt für den Erfolg eines Mordes durch Vergiftung sein können und sich unbeabsichtigt zum Helfer eines Mörders machen. Nur wenn ein Verdacht besteht, kann die Polizei eingreifen. Der Nachweis von Pflanzenschutzmitteln ist in der Forensik schnell erbracht, in dem man bspw. Maden in die Bauchhöhle des Toten legt. Sterben sie kurz darauf, kann man von einem Pflanzengift wie E605, Sarin oder Tabun, aber auch Arsen ausgehen.

Während oral eingenommene Gifte relativ einfach nachzuweisen sind, ist dies bei Gasen schon schwieriger. Beispielsweise kann eine Überdosis des Betäubungsmittels Halothan nur entdeckt werden, wenn die entnommenen Blutproben sofort eingefroren werden, da Halothan bei minus 50 Grad Celsius bereits verdampft. Anders Kohlenmonoxid, das noch ein halbes Jahr nach Todeseintritt im Blut des Opfers nachweisbar ist.

Tod den Klassikern

Jemanden mit Kohlenmonoxid um die Ecke zu bringen ist heutzutage total out. Der Klassiker mit der Gasleitung klappt heute nicht mehr, denn das Erdgas ist mittlerweile so zusammengesetzt, dass das tödliche Kohlenmonoxid als Abbauprodukt nicht mehr entsteht. Also, Kopf raus aus dem Gasofen. Hier taugt eher eine Anwendung von KO-Tropfen, zur Sedierung des Opfers und einem vorgetäuschten Selbstmord mit Autoabgasen. Stattdessen findet man heute vornehmlich Pflanzenschutzmittel, wie E605, oder Medikamente und Cyanid als Todesursache. Trendy ist heute auch Mophium. Starben Anfang der siebziger Jahre gerade einmal zehn Prozent aller Opfer an Morphin sind es heute 71 Prozent.

Der Renner: Thallium

Besonders beliebt sind heutzutage Metallverbindungen, da sie zumeist erst nach einigen Tagen töten. Hier hat das Thallium eine gewisse Berühmtheit erlangt, welches von der Stasi 1981 bei einem Fluchthelfer namens Welsch angewendet wurde. Sein Schicksal wurde in „Der Stich des Skorpions“ sogar verfilmt. Thallium ist das gängigste Gift unserer Zeit. Das silberweiße Metallpulver ist geruch- und geschmacklos und lässt sich unbemerkt in die Nahrung mischen. Ein Gramm Thallium genügt, um einen Erwachsenen zu töten. Eine Thallium-Vergiftung ist tückisch, weil Symptome erst nach Tagen auftreten: Magenschmerzen, Haarausfall, Nieren- und Leberversagen, Koma, Tod. Thallium wirkt, wie Polonium, langsam und endet für das Opfer qualvoll. Es entsteht bei der Herstellung von Schwefelsäure und beim Schmelzen von Blei und Zink. Man findet Thallium in Rattengift oder Insektiziden. Thallium wird leicht über die Haut aufgenommen, wie auch über die Atmung oder den Verdauungstrankt. Es kann vom Körper nicht abgebaut werden und es gibt kein Gegenmittel. Da Thallium wasserlöslich ist, kann es problemlos über das Grundwasser verbreitet werden. 1981 vergiftete ein Unbekannter in Würzburg Studenten mit thalliumhaltigem Fruchtsaft.

Todbringende Samen

In viel kleineren Dosen hingegen ist Ricin tödlich. Ein tausendstel Gramm tötet einen Menschen. Es stammt aus Rizinussamen, ein Gegenmittel gibt es nicht. Am 11. September 1978 stand der bulgarische Journalist Georgi Markow an einer Haltestelle in London und wartete auf den Bus. Plötzlich spürte er einen Stich im Bein. Er drehte sich um – und blickte in den Regenschirm seines Nachbarn. Drei Tage später war Markow tot. Im Oberschenkel fanden die Ärzte ein mit Ricin präpariertes Kügelchen, so klein wie eine Zecke. Ebenso mortal ist der Samen der Paternostererbse, in dem sich das Gift Abrin befindet. Eine tägliche Dosis von Ricin oder Abrin führt zum Zelltod. Das Gift wird durch Kochen zerstört ist aber im Darmtrakt wirksam. Nach Durchfall und Erbrechen tritt der Tod etwa zwei bis drei Tage später ein. Sollte das Gift ins Blut gelangen, stirbt das Opfer innerhalb weniger Stunden. So erging es dem bulgarischen Regimekritiker Georgi Markow 1978.

Ein Profi packt aus

Wie gehen Profis im Falle eines möglichen Giftmordes vor? Mein Informant beim BKA sagte mir, er habe bisher nur vier Mordfälle durch Vergiftung miterleben müssen. Und das nach 23 Jahren Einsatz. Dennoch ist die Vorgehensweise immer gleich: Er und seine Kollegen suchen am Auffindungsort nach Hinweisen eines Suizids durch Vergiftung, wenn es keine offensichtlichen Hinweise auf Gewalt gibt. Finden sich an Gläsern oder Flaschen Ablagerungen von möglicherweise giftigen Substanzen? Wonach riecht es am Auffindungsort? Liegen Medikamentenschachteln u. ä. herum? Auch die Schrift auf Abschiedsbriefen lässt Schlussfolgerungen zu, ob es sich um einen Suizid handelt, oder ob Zweifel angebracht sind, denn die Handschrift verändert sich bei zunehmender Wirkungsentfaltung des Giftes. Erfahrungsgemäß nehmen die meisten Selbstmörder erst das Gift und schreiben dann ihren letzten Brief. Ein Brief in gestochen scharfer Schrift würde bei meinem BKA-Mann Verdacht erregen. Wichtig für die Ermittlungen ist, dass bei der Leiche jene Dinge liegen, die die Polizei dort auch erwartet. Tabletten, Alkohol, Flaschen, Nadelbesteck, Trinkgefäße mit Rückständen, Abschiedsbrief o.ä. Doch die Ermittler stellen sich auch weitere Fragen: Hatte der Verstorbene beruflich oder privat Kontakt zu den Giften, die ihn töteten? Könnte es ein Unfall gewesen sein? Wie sah der Tagesablauf des Toten aus? Ist es erwartungsgemäß, dass der Tote zu dieser Zeit an diesem Ort war? In welchem Milieu bewegte sich der Tote zuvor? Kann der Hausarzt etwas über Rezepte und regelmäßig eingenommene Medikamente sagen? Und vor allem: Wie kam das Gift in den Körper? Dabei haben die Beamten das Problem, dass durch eine einfache, äußere Leichenschau eine Vergiftung nur sehr schwer erkennbar ist. Hat der Tote helle, rosafarbene Totenflecken, kann zumindest eine Kohlenmonoxid Vergiftung angenommen werden. Auch die Pupillengröße gibt gewisse Hinweise. So sind die Pupillen weit bei einer Vergiftung durch Atropin, Zyanid und Methanol. Eng hingegen bei einer Nikotin- oder Opiatvergiftung. Besteht der Verdacht einer Vergiftung, doch es gibt keine Symptome, untersucht man die Körperflüssigkeiten des Toten nach Gruppen von Substanzen. Bei Pflanzenschutzmitteln können Enzyme Hinweise geben. Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung der Mageninhalt, wo man hofft, säureresistente Sporen zu finden.

Eine Vergiftung kann nur durch den eindeutigen chemisch-analytischen Nachweis des Giftes im Körper bewiesen werden. Routinemäßig werden Urin, Leber, Hirnmaterialien, Mageninhalt, Herzblut, Nierenmaterial, Glaskörperflüssigkeit des Auges, Venenblut und Haare als postmortem Materialien aufbewahrt und stehen somit auch für spätere Untersuchungen zur Verfügung.  Venenblut ist hier am aussagekräftigsten, weil es den Zustand bei Eintritt des Todes charakterisiert. Der Urin liefert keine Hinweise darüber, wie viel Gift verabreicht wurde und eine Untersuchung der Haare macht nur bei chronischem Missbrauch Sinn. Der Versuch, einen Gifttoten anschließend zu verbrennen, hilft dem Täter übrigens nicht, da die toxikologischen Möglichkeiten auch in diesen Fällen gute Ergebnisse bringen. Selbst nach einem Brand können die Fachleute herausfinden, ob der Tote zuvor Alkohol getrunken hatte und in welchem Maße, ob Cyanid im Spiel war, ob es Selbstverbrennung oder Mord war.

Für einen talentierten Mörder mag Paracetamol eine Alternative zum schwer käuflichen Thallium sein – wobei ich annehme, dass Thallium und Polonium mittlerweile im Darknet auch in handlichen Verpackungsgrößen erhältlich sind. Seit ein paar Jahren werden der deutschen Giftinformationszentrale alljährlich mehrere tausend Paracetamol-Vergiftungen gemeldet. Die Gesellschaft für klinische Toxikologie schätzt, dass etwa zwei Drittel davon in »selbstschädigender Absicht« erfolgten. Zum Vergleich: Im selben Jahr nahmen sich in Deutschland rund 9800 Menschen das Leben. Wird ein Suizidversuch mit Paracetamol rechtzeitig entdeckt, sind die Chancen auf Rettung ausgesprochen gut. Fast alle überleben. Doch was ist, wenn es kein Suizid ist, sondern ein Mordversuch vorliegt? Dann muss der Mörder nur dafür sorgen, dass dem Opfer als Antidot kein N-Acetylcystein zur Verfügung steht. Das ist ein Hustenlöser, der als hochdosierte Infusion dem Opfer das Leben retten kann. Bis dahin sind die Symptome unauffällig: Übelkeit, Erbrechen, Blässe und Oberbauchbeschwerden treten auf. Danach aber steigen die Leberwerte an, während die Blutgerinnungswerte sinken. Der Grund ist die Schädigung der Leber. Klinisch äußert sich das in Symptomen wie Gelbsucht, Unterzuckerung und gesteigerter Blutungsneigung. Nach etwa fünf Tagen kommt es zu Krämpfen, Kollaps, Koma und schließlich zum Tod. Welche Dosis letal ist hängt vom Opfer und seiner Konstitution ab. Man geht derzeit von ca. 7,5 Gramm aus.

Wenn Sie noch weitere Inspirationen für cleveres Killen suchen, empfehle ich Ihnen folgende Bücher, die von mir und meinen KollegInnen gerne zur Hand genommen werden:

Giftpflanzen-Pflanzengifte; Vorkommen, Wirkung, Therapie, allergische und photoxische Reaktionen; Autoren: Roth/Daunderer/Kormann; Nikol-Verlag; ISBN 978-3868200096; 9,99 €

Mein Lieblingsbuch: Deadly Doses – a writer’s guide to poison; Autoren: Stevens, Klarner; Allerdings ist es schon älter und berücksichtigt nicht die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Jedoch absolut lesenswert.

Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie; Autor: Mutschler, ISBN 978-3804719521 (recht teuer, gibt es aber auch gebraucht)

Außerdem gibt es verschiedene Fachlexika für Toxikologie.

 

Der 3. Hauke Sötje kommt!

19. Januar 2018 von

Norddeutsche Rundschau, 09.01.2018

 

11. Nov. 2017

26. September 2017 von

(i3)_(978-1)_Marschall_Tod_am_Nord-Ostsee-Kanal.inddHist. Schleusenrundgang + Krimilesung

mit Historiker Uwe Möller und Autorin Anja Marschall.

Gastgeber: Kriminordica

Eintritt: 5 €
Dauer: ca 1,5 Std
Treffpunkt: 11 Uhr am Wasser- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel, Alte Zentrale 4, 25541 Brunsbüttel
Karten: Buchhandlung Schopf, Brunsbüttel UND Stadtmanagement Itzehoe, Feldschmiede.

Livelesungen an den Originalschauplätzen des Krimnalromans „Tod am Nord-Ostseekanal“: Mole 1 der alten NOK-Schleusen, Fähranleger und Plathe-Villa. Danach Aufwärmen in der Buchhandlung Schopf.

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8. August 2017

7. August 2017 von

Mit „Tod am Nord-Ostseekanal“ auf Signierstunde in der schönen Buchhandlung Im Wohld, Altenholz / Kiel. Ich werde auf meinem Weg zur Recherche für Haukes nächsten Fall dort einen STOP einlegen und für Sie eine Stunde zur Verfügung stehen.

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Buchhandlung im Wohld, Altenholzer Str. 5, 24161 Altenholz, 8. August 2017,  9 Uhr

Noch mehr Fälle für Hauke Sötje

13. Dezember 2016 von

Das gute Verkaufszahlen eine gewisse inspirierende Wirkung haben, lässt sich wahrlich nicht leugnen. Und so war ich in den letzten Tagen und Wochen sehr fleißig. Ich habe unseren Hauke Sötje („Tod am Nord-Ostsee-Kanal“/“Fortunas Schatten“) zwei weitere Fälle ans Herz gelegt. Jedoch erst einmal nur in meinem Kopf.

In einem der nächsten Fälle muss Hauke nach Hamburg, wo man den Sohn eines einflussreichen Reeders und Senators in der Elbe tot aufgefunden hat. Eine spannende Geschichte, die mitten in der noch jungen Hamburger Speicherstadt spielt und auf der lasterhaften Reeperbahn. Es geht um eine ganz große Liebe, um Gier und Menschen, die Macht und Ansehen über Familie und Herz stellen. Dieses Mal ist Haukes Verlobte, Sophie, mitten im Geschehen dabei und versucht, das Leben einer Gruppe von Waisenkindern zu retten.

Ein weiterer Fall führt Hauke kurz vor Weihnachten irgendwo an der Nordseeküste auf einen einsamen Hof. Auf einem verschneiten Feld hinterm Deich fand man die Leiche einer Magd. Hauke bricht zum einsamen Riepenhof auf, wo er aber erst ein entsetzliches Familiengeheimnis lüften muss, bevor er den Mörder überführen kann. Stimmungsvoll weihnachtlich – grausig und kalt.

Und jetzt fange ich mit dem Schreiben an.

Mit vorweihnachtlichen Grüßen
Ihre Anja Marschall

 

Platz 10 für „Tod am Nord-Ostsee-Kanal“

29. November 2016 von

 Top-Ranking für „Tod am Nord-Ostsee-Kanal“

Ich freue mich! Heute früh war mein Hauke Sötje auf Platz 10 der meistverkauften hist. Krimis bei Amazon. DANKE an alle!

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Stand 29.11.2016  um 7:45 Uhr

Interview mit Sebastian Fitzek

2. Oktober 2016 von

Er kam, sah und siegte. Sebastian Fitzek im Colloseum von Wilster (SH). Dabei ist der Mann wirklich nichts für schwache Nerven! Er ist DER erfolgreichste deutsche Psychothriller-Autor  und somit der Liebling der Buchhändler und seines Verlages. Verständlich wird das, wenn man überlegt, dass Sebastian Fitzek über 6 Millionen Bücher verkauft hat und in 24 Sprachen übersetzt wurde (Plattdeutsch fehlt allerdings noch, grins). Der Berliner, Vater zweier Kinder, Ehemann und optisch eher aus der Abteilung „Finanzamt“, ist er DER deutsche literarische Exportschlager und dennoch bleibt die Frage: Wie kann jemand so nett sein und gleichzeitig so perverse Dinge schreiben? Fitzeks Gegenfrage ist nicht minder heikel: Wie können Sie für derartige Bücher nur Ihr Geld ausgeben? Dieser Punkt geht an Fitzek. Überhaupt ist der Mann im Umgang mit den Medien und delikaten Fragen höchst elegant. Klar, er war ja auch Programmchef beim Radio und kennt somit seine Pappenheimer. Und ein echter Entertainer ist er auch. – siehe Interview –

Ich selber hatte als Autorin die Ehre, Sebastian Fitzek für Peter TV interviewen zu dürfen, als der Autor zu einer Lesung vor über 300 Leuten nach Wilster (in SH) kam. Dass ich dabei vor einer Kamera stehen durfte, hatte für mich zugegebenermaßen einen gewissen Sexappeal. Dass ich als Krimiautorin aber einem der erfolgreichsten Bestsellerautoren unserer deutschen Buchlandschaft ein paar Fragen stellen durfte, gab mir den besonderen Kick. Was, um alles in der Welt, macht seine Bücher so erfolgreich???? Mir persönlich sind sie ja, zugegebenermaßen, ein wenig zu dolle. Vielen anderen auch, wie ich hörte, aber dennoch: Sie werden gekauft! Und wie! Was ist das Geheimnis seines Erfolgs?

Macht euch ein Bild von Sebastian Fitzek, den ich als Menschen total sympathisch finde, dessen Bücher mir aber Albträume bereiten. Wer ist der Mensch hinter dem Buch?

Interview mit Sebastian Fitzek, Sept. 2016, Collosseum, Wilster.

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Themenwoche „Lizzi“ im Netz

27. Juli 2016 von

Im Internet findet sich in dieser Woche eine Themenwoche rund um die beiden Lizzi-Bücher „Lizzi und die schweren Jungs“ sowie „Lizzis letzter Tango“. Veranstaltet wird die Woche von Claudias Bücherregal, einer der aktivsten Rezensentinnen und erfolgreichsten Bloggerinnen der Szene. Neben einem Gewinnspiel, einem Interview und natürlich zwei First-Class-Rezensionen zu den beiden Lizzi Büchern, gibt es auch noch einen Blick hinter das Buch.

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Hilfe, wir verdoofen!

30. Mai 2016 von

Wie verbringen die Deutschen ihre Freizeit? Das wollte das Statistische Bundesamt kürzlich mal wieder wissen. Unter dem Titel „Wie die Zeit vergeht“ untersuchten Wissenschaftler einen wichtigen Teil des Lebens unserer Gesellschaft und kamen zum Ergebnis, dass der Durchschnittsbürger nur 3 Stunden 45 Minuten pro Woche  liest. Dank einer bloggenden Viellesergemeinde  im Land, dürfte dieses statistische Ergebnis noch günstig ausfallen.  Der „wahre Durchschnittsbürger“ liest wahrscheinlich noch sehr, sehr viel weniger als 15 Stunden im Monat bzw. 180 Stunden im Jahr, was wiederum 7,5 Tage per anno ergibt. Die passionierte Nichtlesergemeinde im Land wird wohl selbst diese 7,5 Tage als zu viel betrachten. Sie verbringen mindestens die Hälfte ihrer freien Zeit vor dem Fernseher, denn von den durchschnittlich sechs Stunden Freizeit pro Tag, sitzt der brave Bürger gut drei Stunden plus X vor der Mattscheibe! Dabei machten noch vor wenigen Jahren richtige kulturelle Aktivitäten den Hauptteil der deutschen Freizeit aus.

Doch es geht noch schlimmer. Wenn der Deutsche wählen könnte, dann würde er sich lieber für das Lesen entscheiden, als seine Freizeit auf Versammlungen zu verbringen. Das tut er im Schnitt nämlich nur drei Minuten täglich. Hiervon sind Sportvereine, Gemeindesitzungen, Initiativen und andere gesellschaftlich enorm wichtige, zumeist ehrenamtliche Initiativen betroffen, die das Land ebenso am Laufen halten wie Wirtschaft und Bundespolitik. Ob die Befragten unter diese drei Minuten „Versammlungsfreizeit“ auch Demos vor Flüchtlingsheimen  und  organisierte Angriffe auf Menschen anderer Länder verstehen, lässt die Studie des Statistischen Bundesamtes offen. Das ein führender AfD´ler dem SWR sagte, er hätte keine Romane zuhause, mag also nicht verwundern.

Wenig überraschend ist auch nicht, dass der Buchhandel seit fünf Jahren in Folge Minusumsätze verzeichnet, wie das Institut für Konsumforschung GfK kürzlich vermeldete. Vor allem die 30 bis 50jährigen verzichten zunehmend auf Bücher. Auffallend sei aber, dass wenigstens die Senioren noch lesen. Mit fast sieben Stunden pro Woche liegen sie sehr weit vor den 18- bis 29-Jährigen, welche gerade Mal auf 1,5 Stunden pro Woche kommen! Wenn aber irgendwann diese jungen Leute alt geworden sind, frage ich mich, ob Autoren dann noch gebraucht werden, egal auf welchem Medium ihre Bücher veröffentlicht werden.

Besorgniserregend für uns Autoren und unsere Lesungen ist jedoch, dass alle Deutschen zunehmend weniger kulturelle Veranstaltungen besuchen. Egal wer, egal wie alt, die Trägheit des Körperteils mit den vier Buchstaben scheint von Jahr zu Jahr größer zu werden. Wenn überhaupt  noch Kultur „genossen“ wird, dann über den Fernseher. Waren es bei der vorherigen Erhebung (2001/2002) noch 62 Minuten Kulturgenuss ohne Fernsehen, reduzierte sich dieser auf 54 Minuten in den Jahren 2012/2013. Nun mag so mancher sagen, dass in über zehn Jahren schlappe acht Minuten weniger Kultur am Tag den Kohl auch nicht fett machen würden. Jedoch bedeutet das aufs Jahr gesehen pro Kopf zwei ganze Tage weniger kulturellen Input für jeden Einzelnen in der Nation. Wir brauchen also nur noch den Taschenrechner nehmen und hochrechnen, wann aus dem Land der belesenen Dichter und Denker endgültig eine Nation der ungebildeten Deppen und Doofen wird. Oder, wie sehen Sie das?

Anja Marschall vignette01

Bloggertour 2016

23. Mai 2016 von

Es war an einem Sonntag … oder war es Montag gewesen? Nun, jedenfalls bot man mir an, „Lizzis letzter Tango“ könnte DAS Buch bei einer Bloggertour sein. Ich erfuhr, dass in einer Woche 7 sehr unterschiedliche Blogger auf ihren Websites mein Buch nicht nur rezensieren würden, sondern sich auch zu einem Thema, dass im Buch anklingt Gedankenvolles beizutragen. Vom 17. bis 22. Mai 2016 ging Lizzi durchs Netz, mal unter dem Gesichtpunkt der Altersarmut (Lizzi hat nur eine mickrige Rente und wird auch noch beklaut), mal unter dem Aspekt „Altsein, aber wie?“ (Lizzi verweigert sich dem heutigen Werbebild der dauerhaft dynmaischen Alten. Sie findet das zu anstrengend). Schauen Sie mal bei den Bloggern vorbei. Ich denke so mancher Bericht, philosophisch-politisch-praktisch, lohnt sich.

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23.05.2016:
Eine Rezension für „Lizzis letzter Tango“ auf der Bloggerseite von seitenwinde:  …. Ein humorvoller Krimi, der einige Gedanken beim Leser aufreißt. Skurrile Protagonisten, ein Fall voller Wendungen. Feine Beobachtungen in Situationskomik gesetzt, hält den Leser fest, dazu braucht es kein Blut. Eine Lizzi, die nicht nachgibt und mit trickreichen Überlegungen zum Ziel kommt. ….

22.05.2016:
Ein charmantes Interview, geführt von der Autorenkollegin Sabine Ibing (Schweiz) anlässlich der Bloggerrunde 2016 für „Lizzis letzter Tango„.

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7 Tage, 7 Blogger

Blogtour Lizzy

Bloggertour + Gewinnspiel

Die besten Blogger unterhielten sich sieben Tage lang exklusiv über „Lizzis letzter Tango“.

16.05. – Buch Bria mit Vorstellung des Buches
17.05. – Blätterflüstern mit Altersarmut in einem reichen Land?
18.05. – Ira Ebner mit Unkonventionelle Menschen, was unterscheidet sie von anderen?
19.05. – Chrissisbuntelesecoutch mit Jeder ist seines Glückes Schmied.
20.05 – Dieter Paul Rudolph mit Im Alter arbeiten müssen… manch einer MUSS das, ein anderer freut sich.
21.05 – Sabine Ibing mit Interview mit Anja Marschall
22.05. – Sabine Ibing – Verlosung

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Lizzi ermittelt